Anatomie

Drosal schematische Darstellung

Ventral schematische Darstellung

Prosoma

Das Prosoma ist durch den Petiolus mit dem Opisthosoma verbunden.

Der Carapax des Prosomas trägt den Augenhügel mit den meist 8 Augen, die in zwei Reihen angeordnet sind. Er ist der Teil des Exoskeletts, der sich bei der Häutung als erster abhebt.

An der Unterseite des Prosomas sind die Mundwerkzeuge befestigt. Das erste Paar sind die Chelizeren. Die Taster und die vier paar Laufbeine.  

Augen

 Auf dem Augenhügel sind die acht Komplexaugen in zwei Reihen angeordnet. Die tatsächliche Sehkraft der Theraphosiden ist momentan nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass ein schemenhaftes schwarz/weiß Sehen auf kurze Distanz möglich ist.

 

Toraxgrube

Im hinteren Drittel des Carapaxes befindet sich die Toraxgrube. Sie kann sehr unterschiedlich geformt sein, z.B. bei afrikanischen Arten als Horn geformt sein.     

Von der Toraxgrube gehen die Striae radiantes (Radialstiemen) bis zu den Beinansätzen.

Chelizeren

Die Vogelspinnen besitzen  orthignathe Chelizeren, d.h. die Chelizeren bewegen sich zum Körper und von diesem weg. Sie bestehen aus Grundglied und Giftklaue mit schräger Öffnung. In der Unterseite des Grundgliedes befindet sich eine Längsrinne, in der die Giftklaue bei Nichtgebrauch eingeschlagen wird. Ihre Falzränder sind mit Zähnen und einem dichten Saum von langen Haarborsten bedeckt. Die Art und die Anzahl der Chelizerenzähne können beim Bestimmen einer unbekannten Art hilfreich sein. In den Chelizeren liegen die Giftdrüsen. Die Chelizeren dienen nicht nur zum Festhalten, Töten und Zerquetschen des Futters, sondern auch zum Transport aller möglichen Dinge.

 

Opisthosoma

Opisthosoma Der Hinterleib (Opisthosoma) ist der empfindlichste Teil Körperteil der Vogelspinne. Er enthält viele lebenswichtige Organe, wie die Buchlungen, die Geschlechtsorgane, das schlauchförmige Herz, den Verdauungstrakt usw..  Am hinteren Ende befinden sich zwei lange, in dreigeteilte und zwei kurze Spinnwarzen welche unabhängig voneinander beweglich sind. Die Unterseite weist die vier Stigmen (Öffnungen) zu den Buchlungen auf. Zwischen den vorderen Buchlungen liegt die Epigastralfurche, in die die Geschlechtsöffnung der Vogelspinnen mündet.

 

Nymphe

Die Nymphe wird umgangssprachlich auch als Spiderling oder Fresshaut (FH) bezeichnet.
Vollentwickelte Nymphe ist die „erste Fresshaut“. Die Nummer der Fresshaut (FH) vergrößert sich mit jeder Häutung , also 1. FH, 2. FH, 3. FH, usw.

1.0 / 0.1 / 1.0.0 / 0.1.0 / 0.0.1

1.0.0 / 0.1.0 / 0.0.1 / 1.0 / 0.1

Diese Ziffern beschreiben das Geschlecht des Tieres

1.0.0 (1.0) = 1 männliches Tier
0.1.0 (0.1) = 1 weibliches Tier
0.0.1 = 1 Geschlecht nicht bekannt, man Spricht von einem unbestimmten Tier

z.B. 3.2.1 = 3 männliche Tiere, 2 weibliche Tiere, 1 unbestimmte Tiere

Adult

Als adult werden Vogelspinnen bezeichnet mit Eintritt der Geschlechtsreife.

Apikal

Apikal = an der Spitze befindlich

Arboreal

Arboreal ist ein Ausdruck der auch in der Zoologie verwendet wird. Ein Tier das arboreal lebt, bewegt sich die meiste Zeit seines Lebens auf Bäumen oder Büschen.

Apophyse

Tibiaapophyse
Tibiaapophyse

Eine Apophyse ist ein Fortsatz.

Arid

Bei einem ariden Klima (von lateinisch aridus = trocken, dürr) übersteigt die potenzielle Verdunstung den Niederschlag einer Region. Dies hat eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit zur Folge. Es ist das Gegenteil des humiden Klimas.
Es wird unterschieden:
vollarides Klima: Niederschlag < Verdunstung gilt für zehn bis zwölf Monate im Jahr
semiarides Klima: Niederschlag < Verdunstung gilt für sechs bis neun Monate im Jahr.

Basal

Basal = an der Basis

Bock

Bock = umgangssprachlich für adultes Männchen

Bulbus

Bulbus, Teil des Pedipalpus von männlichen Webspinnen. Birnenförmiger Anhang des Endgliedes des männlichen Tasters

Brennhaare

Viele Vogelspinnen-Arten verfügen ebenfalls über Brennhaare. Diese sitzen in der Regel auf dem Hinterleib der Spinnen. Die Brennhaare verursachen auf der Haut einen starken Juckreiz, oder, je nach Art, sogar brennende Ausschläge. Diese Reizungen können bis zu einem Tag lang anhalten. Wenn die Haare in die Atemwege gelangen, führen sie zu starkem Husten und bei Allergikern zu Schwellungen, die gefährlich werden können. Kommen die Brennhaare in die Augen, kann eine Bindehautentzündung die Folge sein.
Brennhaare besitzen nur die beiden in der Neuen Welt vorkommenden Unterfamilien der Vogelspinnen, die Theraphosinae und die Aviculariinae. Die Haare sind 0,3 bis 0,75 mm lang und tragen eine große Anzahl winziger Widerhaken. Die Wirkungsweise der Brennhaare der Spinnen ist noch nicht genau erforscht. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine rein mechanische Reizung der Haut durch die vielen Widerhaken handelt und nicht um eine Giftwirkung wie durch einen Spinnenbiss oder das Nesselgift der Brennhaare von Raupen der Prozessionsspinner.
Die sogenannten Bombardierspinnen können die vielen kleinen Härchen von der Oberseite des Abdomens mit Hilfe der Hinterbeine schnell abstreifen und dem Angreifer entgegen schleudern. Eine Wolke feiner Brennhaare trifft dann auf den Angreifer. Ein solches Verhalten zeigt auch die Riesenvogelspinne (Theraphosa blondi).
Andere dieser Vogelspinnen besitzen zwar Brennhaare, bombardieren mit diesen jedoch nicht, sondern strecken einem Angreifer ihr Abdomen entgegen. Bei Berührung können diese den Angreifer verletzen. Hierzu gehören viele Arten der Gattung Avicularia. Arten der Gattung Ephebopus haben Brennhaare auf den Femora ihrer Taster.
Abgebrochene Brennhaare werden nach der nächsten Häutung ersetzt. Eine Ausnahme bilden dabei adulte Männchen.

Cephalothorax

Cephalothorax = Kopf-Brust-Stück (=Prosoma)

Coxa

Coxa = Erstes Glied der Beine und Taster, Hüfte

Embolus

Embolus = Ende des Bulbus des männlichen Tasters, dringt in die Receptacula seminis des Weibchens ein

Epigastralfurche

Epigastralfurche = Querfurche auf der Unterseite des Hinterleibs. In seiner Mitte mündet die Geschlechtsöffnung.

Exuvie

Exuvie = abgestreiftes Exoskelett (abgeworfene Haut)

Femur

Femur = Drittes Glied der Beine und Taster

Fovea

Fovea = Thoraxgrube auf der Drosalseite des Prosomas

Hämocyanin

Hämocyanin = kupferhaltiges Atmungspigment in der Hämolymphe, der Blutfarbstoff der Spinnen

Haemolymphe

Das Blut der Vogelspinnen (Spinnen allgemein) wird als Haemolymphe bezeichnet. Die Haemolymphe macht ca. 20% des Körpergewichtes einer Spinne aus.

Frische Haemolymphe sieht bläulich aus- bedingt durch das kupferhaltige Haemocyanin.

Hämocyanin (von gr. häm=Blut, cyanos = himmelblau) ist der blaue Blutfarbstoff der Gliederfüßer (u. a. Krebse; bei Insekten, Spinnen, die Tracheen besitzen, tritt es in geringerem Maße auf) und Weichtiere (u. a. Muscheln, Schnecken und Tintenfische). Er dient dem Sauerstofftransport.

Vogelspinnen haben einen offenen Blutkreislauf. Aber dies bedeutet keineswegs, dass fehlen von Blutgefäßen. Vom Herzen ausgehenden Arterien durchziehen den ganzen Körper bis hin zu den distalen Beinabschnitte. Um an solchen Enden der arteriellen Gefäßen frei ins Gewebe zu fließen. Das „Blut“ (Haemolymphe) sammelt sich den an der Körperunterseite in so genannte Lakunen. Um durch das vorherrschende Druckgefälle wieder in Opisthosoma zurück zu fließen.

Häutung

Häutung = Vogelspinnen besitzten, wie alle Gliederfüßern ein Exoskelett (Außenskelett). D.h. um zu wachsen müßen sie regelmäßig regelrecht aus der Haut fahren.

Katikula

Katikula = äußere Haut, bildet das Exoskelett (Außenskelett) und besteht aus drei Schichten

Krallen

Die Krallen sitzen direkt an der Spitze der Tarsen. Vogelspinnen können ihre Krallen wie Katzen ein- und ausfahren. Die meisten Gattungen besitzen 2 Krallen.
Selten sind 3 Krallen vorhanden.

Kokon

Die Eier werden von dem Weibchen in einem Kokon eingesponnen und gezeitigt.

Je nach Art und Umweltbedingungen (Temperatur, Luffeuchtigkeit) dauert die Entwicklung im Kokon zwischen 3-12 Wochen.

Labium

Labium = Unterlippe, d.h. jener Teil des Prosomas, der an das Sternum nach vorn anschließt

Labidognath

Labidognath = quer zur Körperachse schlagenden Chelizeren

Larve

Larve = Zweites Postembrionales Entwicklungsstadium ( Stadium nach Prälarve [im engl. auch eggs with legs genannt], einige Arten haben zwei Larvenstadien z.Bsp. Poecilotheria formosa, P. miranda, P. metallica

Metatarsus

Metatarsus = Sechtes Beinglied, ist an den Tastern nicht vorhanden

Opisthosoma

Opisthosoma = Der Hinterleib (Opisthosoma) ist der empfindlichste Teil Körperteil der Vogelspinne . Er enthält viele lebenswichtige Organe, wie die Buchlungen, die Geschlechtsorgane, das schlauchförmige Herz, den Verdauungstrakt usw.. Am hinteren Ende befinden sich zwei lange, in dreigeteilte und zwei kurze Spinnwarzen welche unabhängig voneinander beweglich sind. Die Unterseite weist die vier Stigmen (Öffnungen) zu den Buchlungen auf. Zwischen den vorderen Buchlungen liegt die Epigastralfurche, in die die Geschlechtsöffnung der Vogelspinnen mündet.

Orthognath

Orthognath = parallel zur Körperachse schlagenden Chelizeren

Patella

Patella = Viertes Glied der Taster und Beine

Petiolus

Petiolus = Dünne Verbindung zwischen Prosoma und Opisthosoma

Prosoma

Prosoma = Vorderleib

Prälarve

Prälarve = Erstes Postembrionales Entwicklungsstadium, ähnelt eher einer Zecke als einer Vogelspinne ( im engl. auch "eggs with leggs" genannt)

Receptacula seminis

Receptacula seminis = Die Spermathek dient um die Spermien zu Lagern.

Die Spermathek befindet sich zwischen dem Ersten Buchlungenpaar.

Nach einer Häutung müßen Vogelspinnen (eine Ausnahme gibt es) neue Spermien aufnehmen. Da bei einer Häutung die Spermathek mit erneuert wird. Sozusagen ist eine Vogelspinne nach einer Häutung wieder jungfräulich.

Scopula

Die Scopula sitz direkt unter den Klauen an den Laufbeinen.
Bei Bodenbewohnenden Arten ist die Scopula auf der Unterseite des Tarsus beschränkt.
Baumbewohnende Vogelspinnen weisen meist an Tarsus und Metatarsus eine solche Scopula auf.

Die Scopula besteht aus vielen Haaren bei welchen die Endungen sich ebenfalls verzweigen.
Durch die vielen tausenden Kontaktpunkten wird die Haftwirkung alleine durch Adhäsionskräfte erzielt.

Sternum

Sternum = Brustschild auf der Unterseite des Prosomas gelegen

Tibia