Geschlecht Bestimmung

 

Für die Geschlechtsbestimmung gibt es zwei Möglichkeiten.

Die erste Möglichkeit ist, anhand von äußeren Merkmalen das Geschlecht zu bestimmen.

Die zweite Möglichkeit ist, die Häutungsreste "Exuvie" zu untersuchen.

Ist eine Spermathek (Receptacula seminis) vorhanden, handelt es sich um ein weibliches Tier.

Diese Methode ist die genauere. Leider ist es auf Börsen oder im Fachhandel nicht möglich auf eine Exuvie zurück zu greifen.

Aus diesem Grund werden hier beide Methoden erwähnt.

Nähere Informationen findest du bei den beschriebenen Bildern.

Weibchen

Weiblichen Vogelspinnen verfügen über eine Spermathek (Receptacula seminis). Auf der Unterseite des Opisthosoma befindet sich zwischen dem ersten Buchlungenpaar die Epigastralfurche. 

Blick von "Unten" auf die Epigastralfurche
Blick von "Unten" auf die Epigastralfurche
Receptacula seminis
Receptacula seminis

Männchen

Beim Männchen ist keine Spermathek (Receptacula seminis)vorhanden. Die Geschlechtsbestimmung anhand einer Haut (Exuvie) ist zu 100% möglich. Meistens steht beim Kauf einer Vogelspinne keine Häutung zur Verfügung, nun muss man das Geschlecht anhand äußerer Merkmale Bestimmen. Adulte Böcken haben an dem Endglied der Palpen befindet sich das Bestattungsorgan ähnelt einem „Boxhandschuh“(Bulbus mit Embolus). Männchen sind in der Regel von schlankerer Statur und haben längere Beine. Bei Vogelspinnen gibt es auf der Unterseite des Hinterleibes eine Platte über der Geschlechtsöffnung zwischen dem ersten Buchlungenpaar. Auf dieser Platte gibt es bei den Männchen eine kahle Stelle, bei vielen Arten ist ein dunkler Punkt vorhanden.

Blick von "Unten"
Blick von "Unten"
Blick in "Exuvie"
Blick in "Exuvie"

Merkmale Adulten Männchen

Bulbus immer vorhanden
Bulbus immer vorhanden
Schienbeinhaken meistens bei südamerikanischen Arten vorhanden
Schienbeinhaken meistens bei südamerikanischen Arten vorhanden
Geschlecht Bestimmung
Kleine Zusammenfassung zur Bestimmung des Geschlechtes von Vogelspinnen.
Geschlecht Bestimmung.pdf
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Kurzanleitung für Dauerpräparate von Spermatheken

Für die Bestimmung anhand der Exuvie werden ein paar Hilfsmittel benötigt.

- Präparationsbesteck

- Petrischale oder ähnlichen Behälte (kostengünstige Alternative Deckel von einer HD)

- Pipette

- Pflanzensprüher

- Optische Vergrößerung (hier mittels USB Mikroskop)

- Objektträger

- Deckglas

- Klebstoff

- Wäscheklammern

Die Exuvie in einer Mischung aus Wasser und Spiritus (ca. 2/3 Wasser und 1/3 Spiritus) gelegt. Kann auch mittels Sprüher eingesprüht werden.

Durch diese Flüßigkeit wird die Exuvie wieder beweglich, nach einer Einwirkzeit von ca. 10-15 min.

Persönlich gebe ich noch einen Tropfen von Spülmittel dazu, um die Oberflächenspannung zu beseitigen.

Hierdurch wird die Exuvie schneller wieder elastisch. Besonders der Bereich vom Opisthosomas wird dass aneinander kleben der Haut schneller gelöst.

Um den wichtigen Bereich am Hinterleib zu begutachten, trenne ich diesen mit einer Schere vom Vorderleib ab.

Danach wird versucht die Spermethek zu gut es geht von der Haut zu entfernen.

Je öfters man dieses macht um so mehr Gefühl bekommt man.

Am Anfang wurden die Spermatheken sehr oft beim Herauspräparieren zerstört.

Die Spermathek wird als Dauerpräparat konserviert.

Hierzu wird Spermathek auf den Obejektträger gelegt und mit einem Klebstoff eingebetet.

Wenn dieser Schritt erfolgt ist, kommt das Deckglas drauf.

Anschließend wird das Deckglas mit Wäscheklammern fixiert, um ein Verrutschen des Präparates entgegen zu wirken.

Der Objektträger wird Beschriftet.