Wachstum / Häutung

Vogelspinnen besitzen ein starres Außenskelett (Exoskelett), das nur ein begrenztes Wachstum zulässt. Wird die starre, alte Haut (Kutikula) zu eng, muss sie aus dieser „Herauskriechen“ (griechisch=Ecdysis). Zum Häuten legen sich die Vogelspinnen in der Regel auf den Rücken, auf einen vorher gesponnenen Häutungsteppich. Die Häutung kann aber auch in seitlicher Lage oder bäuchlings erfolgen.

Das eigentliche Wachstum findet nach der Häutung statt, wenn die Kutikula noch nicht ausgehärtet ist.

In der Regel ist die Aushärtung nach einer Woche erfolgt und die Beute Aufnahme kann wieder erfolgen.

Von Heimchen Angefressen
Von Heimchen Angefressen

Vor einer Häutung müssen alle Futtertiere entfernt werden.

Eine große Gefahr stellen Heimchen für eine frisch gehäutete Vogelspinne dar.

Das Aussenskelett ist noch nicht ausgehärtet und dadurch leicht Verletzbar!

Dunkel Gefärbt
Dunkel Gefärbt

Bei Arten mit Brennhaaren läßt sich eine bevorstehende Häutung leicht erkennen.

Das Ophistosoma ist dunkel gefärbt.

Die meisten Vogelspinnen vollziehen ihre Häutung auf der Rückenlage.

Vorher wird Teppich am Boden gesponnen, welcher auch Häutungsteppich genannt wird.

Durch Steigerung des Haemolymphedruckes im Cephalothorax platzt die Katikula oberhalb der Laufbeinhüfte auf. Sodas der Carapax ähnlich eines Deckels aufklappt.

 

Etliche Arten der Gattung Brachypelma Häuten sich so zu sagen stehend.

Nach dem der Carapax aufgeklappt ist, wird das Opisthosoma aus der alten Hülle befreit.

Gleichzeitig werden die Extremitäten Stück für Stück heraus gezogen.

Nach einer erfolgten Häutung bleibt die Vogelspinne in der Stellung ruhend, in der die Häutung vollzogen worden ist. dies ist quasi eine Ruhephase nach dem anstrengenden Vorgang.

Danach werden die Extremitäten bewegt. Es folgen gymnastische Bewegungen.

Nach einiger Zeit Richtet sich die Vogelspinne in normale Stellung, sprich steht wieder fest auf allen acht Beinen.

Oft kann man beobachten, dass die frisch gehäutete Vogelspinne ihre alte Haut in den Chelizeren hat. Hier wird die Häutungsflüssigkeit wieder aufgenommen.

Die Chelizeren sind unmittelbar nach einer Häutung weiß. Erst in nächster Zeit findet eine Änderung der Färbung statt. Die Farbe der Chelizeren verändert sich mit zunehmender Aushärtung des Chitins.

Erst nach einer Aushärtung, nimmt die Vogelspinne wieder Nahrung zu sich.

Häutungsablauf von einer Brachypelma boehmei

Literatur Empfehlungen

Für weitere Informationen zu dem komplexen Prozess der Häutung, sei hier auf die vorhandene Fachliteratur hingewiesen.

Siehe hierzu z.Bsp. "Biologie der Spinnen" von Rainer F. Foelix, Thieme Verlag oder "Die Vogelspinnen" von Günther Schmidt, Die neue Brehm-Bücherei.