Zucht

Verpaarung

 

Die Fortpflanzung sowie die Häutung und Eiablage erfolgt bestimmten Regeln. Das Männchen wird grundsätzlich zum Weibchen gegeben. Anhand der Spinnenfäden erkennt das Männchen, mittels seiner Sinnesorgane, ob das Weibchen paarungsbereit ist. Das Männchen beginnt nun zu trommeln und/oder zu vibrieren. Das paarungsbereite Weibchen bewegt sich in Richtung des Männchens. Bei direktem Kontakt trommelt das Männchen weiter, worauf das Weibchen ebenfalls mit trommeln Antwortet. Nun versucht das Männchen mit seinen Tibia-Apophysen (falls vorhanden) in die Chelizeren des Weibchens ein zuhaken. So eingehakt kann das Männchen den Vorderkörper des Weibchens anheben und ist vor dem Zubeißen des Weibchens geschützt. Wenn das Weibchen hochgestemmt ist, führt das Männchen seinen Emboli in die Spermathek des Weibchens ein. Die Paarung dauert je nach Art einige Minuten bis zu einigen Stunden.

Starre nach Verpaarung
Starre nach Verpaarung

Die Trennung der beiden Partner verläuft unterschiedlich, bei manchen Arten fällt das Weibchen in eine regelrechte Starre (Bsp. Grammostola), bei anderen fängt es sich wie wild an zu Putzen (Bsp. Haplopelma). Bei anderen Arten muss das Männchen um sein Leben rennen.

Nach dem Trennen der beiden beginnen in der Regel beide an sich zu Putzen. Das Männchen beginnt seine Bulben zu reinigen und das Weibchen seinen Hinterleib (Opisthosoma).

Je nach Art und Fütterungszustand des Weibchens zwischen 4-10 Wochen, in seltenen Fällen auch erst bis zu 12 Monaten nach der Kopulation, suchen die Weibchen ihre Wohnhöhle auf. Der Eingang der Wohnung wird mit dichtem Gewebe verschlossen. In der Dunkelheit im Inneren der Wohnröhre wird als Unterlage für die Eier ein zunächst Tellerförmiges Körbchen gewebt. Dann presst das Weibchen die Eier in das Körbchen, gleichzeitig öffnet es die „Schleuse“ zu den Receptacula seminis, so dass die Eier während der Ablage befruchtet werden können. Anschließend wird der Deckel hergestellt, der genau der Größe des Körbchens entspricht. An den Berührungsstellen beider wird der Eikokon verschlossen. Dabei reißt die Spinne ihre teilweise mit Reizhaaren (falls vorhanden) gespickte Brutkammer ein, wobei deren Wände über den Eiern zusammenklappen und kneten die Gespinsthöhle mit den Chelizeren zusammen über die umsponnenen Eier. Nun wird noch eine Außenschicht um den Kokon gewebt.

 

Die befruchteten Eier durchlaufen vor dem Schlupf der Jungspinnen aus dem Kokon noch zwei Stadien, das Prälarven- und Larvenstadium. Beim  Prälarvenstadium sind die Beine nur als Ansätze zu sehen, und ähneln eher eine Zecke als eine Vogelspinne (im engl. eggs with legs). Im Larvenstadium sieht der Nachwuchs einer Vogelspinne ähnlich, auch wenn er zunächst noch weißlich und fast durchsichtig ist. Unmittelbar vor der Häutung färben sich die Larven aufgrund der durchscheinenden Behaarung dunkel. Die Dauer der einzelnen Stadien ist abhängig von der Art sowie der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Meist dauert die Entwicklung im Kokon acht Wochen.